Trauer verstehen

  • Der Trauer-Prozess ist nicht vorhersehbar

Wir können unsere Reaktion auf einen Todesfall nicht voraussehen oder gar planen lassen. Verlustgefühle variieren und lassen uns mehr oder weniger lang im Trauer-Prozess verbleiben. Die Trauer ist sehr individuell und kann sich bei jedem Menschen ganz anders bemerkbar machen.

  • Jeder von uns hat seine eigene Art und Weise, wie sie oder er den Verlustschmerz erfährt

Für einige ist die Trauer-Phase etwas mit der man "schnell fertig" wird - das Leben kann wieder aufgenommen werden, sobald man zur Arbeit zurückkehrt. Andere werden davon überrascht wie lange ihre Trauer anhält und empfinden den Verlust-Prozess noch lange als sehr schmerzhaft.

  • Die Trauer stellt uns vor verschiedene Hürden und Prozesse

Wir müssen nicht nur mit den verschiedenen Gefühlen der Trauer fertig werden, sondern auch die Realität des Verlustes akzeptieren können. Vielleicht werden dadurch einst innere Überzeugungen erschüttert und müssen nun neu definiert werden. Es gibt täglich neue Hürden aufgrund des Verlustes die jetzt auf einmal zu bewältigen sind.

  • Trauer ist mehr als nur ein Prozess

Mit dem Verlust eines lieben Menschen verändert sich jeder Aspekt unseres Lebens. Ein Trauer-Prozess ist eine ungewisse und sehr individuelle Reise. Sich realistisch mit der Trauer auseinander zu setzen hilft in der Bewältigung der aufkommenden und verschiedenen Gefühlen der Trauer.

  • Erlauben Sie die Existenz der Trauer

Kein Schritt ist wichtiger als dieser; akzeptieren und erlauben Sie Ihre Trauer als natürliche Reaktion auf Ihren Verlust. Lassen Sie den Schmerz zu und versuchen Sie ihn zu fühlen. Wo genau tut der Schmerz weh? Verlustschmerz ist real und kann auch körperliche Beschwerden auslösen. Unterdrücken Sie die Trauer nicht, auch wenn viele unangenehme Gefühle aufkommen können. Darunter auch Wut, Reue, Scham, Schuld, Bedauern, Sehnsucht etc. Alle Gefühls-Fassetten sind natürliche Zeichen der Trauer.

  • Verstecken Sie Ihre Trauer nicht

Versuchen Sie Ihre Gefühle zu "leeren". Weinen Sie wenn es Ihnen danach ist. Lassen Sie Ihre Wut zu, wenn Sie so fühlen. Versuchen Sie z.B. ihren Verlust-Schmerz im Tanz auszudrücken oder vielleicht indem Sie einen Brief schreiben. Je mehr Möglichkeiten Sie finden um Ihren Schmerz auszudrücken, desto mehr befreien Sie sich davon.

  • Haben Sie Geduld mit sich selbst

Trauer ist ein Prozess der in der Regel Zeit braucht. Eine Heilung von schmerzhaften Trauergefühlen ist nicht immer schnell und einfach, aber sie ist möglich! Vertrauen Sie darauf, dass auch Sie vom Verlust geheilt werden können und werden. Es wird der Tag kommen, an dem Sie sich ohne Schmerzen an Ihre Liebste oder Ihren Liebsten erinnern können.

  • Bleiben Sie beschäftigt

Sie können nicht jeden wachen Moment über Ihre Trauer oder Ihren Verlust nachdenken. Oftmals beschäftigt Sie die Trauer vielleicht auch nachts. Deshalb ist es ist normal, dass Sie in der ersten Trauerflut das Gefühl haben, das Ausmass Ihres Leidens nicht kontrollieren zu können. Aber mit Freunden und diversen anderen Aktivitäten können Sie sich einen Plan erstellen, der zu einer Rettungsleine für Sie werden kann. Versuchen Sie mit jemandem dem Sie vertrauen können, über ihre Gefühle und Ängste zu reden.
(abgeleitet Texting HFA, USA) 


Die Trauer bei Kindern und Jugendlichen

Auch Kinder und Jugendliche trauern. Sie gehen jedoch oftmals mit ihrer Trauer etwas anders um als wir Erwachsene es tun. Auch wenn es manchmal so aussehen kann, als ob es ihnen leichter fällt, ist das nicht richtig. Auch sie brauchen die nötige Aufmerksamkeit um mit ihrem Verlustschmerz umgehen zu können. Oftmals finden sie Trost bei ihren Freunden oder sie finden in einer Selbsthilfegruppe unter Gleichaltrigen eine Unterstützung wie sie ihre Trauer und den Verlustschmerz bewältigen können.        


Buch "Grossmami, wohin gehst du?"
Dieses Buch hilft Kindern in der Trauer und erklärt einfühlsam wie sich die Grossmutter das Jenseits vorstellt und wie sie weiterhin mit ihrer lieben Enkelin verbunden bleiben kann. Autorin Sandra Ulrich, Illustrationen Cécilia Ulrich. Dieses Projekt wurde von Roger Federer unterstützt und von der Coop Zeitung als Buchtipp ausgeschrieben. Ideal für Kinder im Alter von ca. 6-11 jährig.