Soul Injury®

Soul Injury ist nicht nur ein Begriff, es steckt auch ein Behandlungskonzept dahinter, welches unterstützend bei therapeutischen PTBS-, Krisen- und Stressinterventionen empfohlen wird. Soul Injury® hat sich auf Menschen mit schwieriger Vergangenheit spezialisiert. Das Konzept wurde in der Zusammenarbeit mit über 10'000 sterbenden Kriegssoldaten von Deborah Grassman und ihrem Team aus den USA erarbeitet.

SOUL INJURY® - Als Ressource in der Arbeit von Spiritual Care und Palliative Care

Negative Ereignisse, die uns erst kürzlich oder schon vor langer Zeit widerfahren sind, können unser Verhalten im Privat- sowie im Berufsleben stark beeinflussen. Oftmals schränken sie uns unbewusst in unserer Vitalität ein und wir stehen immer wieder vor gleichen oder ähnlichen Problemen. Die aufkommenden Gefühle werden als unangenehm wahrgenommen und deshalb auf die Seite geschoben. „Weshalb soll ich mich damit belasten“, fragen wir uns. Dabei wären gerade diese Gefühle die Signale, die uns wieder zur inneren Vitalität aufrufen möchten. Sie wollen Beachtung erhalten, damit sie endlich in Frieden mit uns leben können. Es sind gerade diese, für uns als negativ empfundenen Signale, die uns Kraft zurückbringen können. Heute wissen wir, dass ein belastendes Ereignis eine Soul Injury hervorrufen kann. Soul Injury auf Deutsch heisst: Seelenverletzung. Eine Soul Injury findet man in einem unbewältigten Verlust oder in einer unverarbeiteter Scham oder Schuld. Betroffene Erwachsene und Kinder leiden oftmals jahrelang unerkannt. Auch hier in Europa gibt es Menschen die eine schwere Vergangenheit haben und vielleicht darunter leiden. Denken wir an Verdingkinder, Menschen von mentaler und körperlicher Gewalt, Kriegs- oder Terroropfer, Flüchtlinge, Kriegssoldaten, First Responder, Opfer von Mobbing, Menschen mit schweren chronischen Krankheiten, Menschen die von einer Umweltkatastrophe heimgesucht wurden etc. Die professionelle innerseelische Begleitung, wie dies das Konzept von SOUL INJURY® vorschlägt, hilft Experten u.a. das Verständnis für traumatisierte Menschen zu verstärken und die kommunikative Kompetenz in Krisensituationen zu optimieren.                          

Was hat SOUL INJURY® mit einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) zu tun?

Deborah Grassman veröffentlichte erstmals im Jahr 2001 das Phänomen, dass traumatisierte Kriegssoldaten eine andere Todeserfahrung erleiden als Zivilisten. Ihre über 30-jährige Berufserfahrung in diesem Gebiet und ihre Erkenntnisse dazu wurden anschliessend von verschiedenen Trauma-, VA- und Hospiz-Organisationen in den USA mit viel Interesse aufgenommen. Die professionelle Literatur, die sich indirekt mit der Seelenverletzung befasst, kommt der American Psychological Association (APA) mit ihrer „Posttraumatic Growth Inventory“ Skala am nächsten. Darin sind 21 Fragen in fünf Kategorien eingeteilt. Alles spirituelle bzw. seelische Kriterien, welche die DSM für Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) nicht identifiziert. Mit anderen Worten eine Diskrepanz, weil das APA also Ergebnisse misst, von nicht vorhandenen Kriterien für eine Posttraumatische Belastungsstörung. Wie also helfen wir zu trauern? Wie unterstützen wir in Vergebungsprozessen? Wie ermutigen wir eventuell Hilfe anzunehmen? Was können wir anbieten um an der Selbstwahrnehmung zu arbeiten? All das sind Kriterien, die in den Lehrplänen bei Gesundheitsdienstleistern in der Regel nicht enthalten sind. SOUL INJURY® bietet eine Ressource, sich diesen spirituellen Kriterien anzunehmen und das Verständnis für die Behandlung von traumatisierten Patienten zu vertiefen. Eine Soul Injury entsteht oftmals aus einem traumatischen Erlebnis und das Konzept dazu kann unterstützend zu einer Traumatherapie eingesetzt werden. Mit den praktischen und einfachen Tools hilft das Konzept zudem die Kommunikation in Kriseninterventionen zu verbessern. Eine Fähigkeit die in der Zusammenarbeit mit vulnerablen Menschen besonders wichtig ist.

Woher kommt SOUL INJURY®

Fünf Hospiz-Krankenschwester deckten in ihrer täglichen Arbeit zwei spirituelle Herausforderungen auf, an welchen die meisten ihrer traumatisierten Patienten litten. Diese beiden Herausforderungen waren: unverarbeiteter Verlust und unverarbeitete Schuld- und Schamgefühle. Zu lernen, wie man Verluste betrauern und anderen wie sich selbst vergeben kann, ermöglichte es den meisten Patienten schlussendlich "im Frieden" zu sterben. Sie gründeten 2014 die gemeinnützige Organisation Opus Peace, die Weiterbildungskurse anbietet um das Behandlungskonzept von SOUL INJURY® in die Welt zu tragen. Sandra Ulrich hat sich in den USA bei den Gründerinnen ausbilden lassen um dieses Konzept auch nach Europa bringen zu können. Wir bieten  dazu  im Frühling und im Herbst jeweils Tagesseminare an.

Was sagen die Experten zu SOUL INJURY ®?

Unser Hospiz Mitarbeitenden finden die „heart anchoring technique“ sehr effizient, weil sie professionellen Betreuern sowie auch Familienangehörigen hilft, ganz mit dem Patienten zu sein. Unsere Mitarbeitenden finden, dass diese Technik das ETWAS ist, welches NOCH GETAN werden kann, wenn es in den letzten Tagen und Momenten kaum noch Möglichkeiten gibt.
Mitzi Butler LCSW, Director of Social Services for 18 branches of Comfort Care Hospice, USA

Ich bin beruflich eine Hospiz-Krankenschwester und Direktorin der Clinical Excellence von einer Hospiz-Kette in den USA. Ich verwende das Konzept Soul Injury zugleich für meine Angestellten sowie Patienten. Dieses Behandlungskonzept bietet Möglichkeiten, dass unsere Patienten mit einer Soul Injury friedlich sterben können. Das Konzept hilft ebenfalls meinen Angestellten, welche vielleicht selber eine Soul Injury  haben oder ihre Qualität der Arbeit verbessern wollen. Auch habe ich eine Schulung über Soul Injury  in meine Orientierung für sämtliche neue Mitarbeiter integriert, so dass sie das Konzept von Soul Injury verstehen  sobald sie mit ihrer Arbeit bei uns beginnen. Persönlich denke ich, dass die Kenntnisse über das Behandlungskonzept von Soul Injury allgemein unsere Patienten-  und die Angestelltenbefriedigung verbessert hat.
Angela Snyder, Division Director, Bayada Healthcare System, USA

Während ich mich um Patienten und Familien in der Hospiz und der Palliative Care kümmere, sehe ich oft, wie Menschen ihre Gefühle verdrängen oder vor herausfordernden Situationen davonlaufen. In dieser Zeit kann ich solchen Familien oft  helfen, in diesen überwältigenden Gefühlen der Trauer und des Verlustes zu verweilen (sie zu fühlen und nicht zu verdrängen), welchen sie am Ende des Lebens oftmals begegnen. Dies, weil wir wissen, dass wir nicht heilen können was wir nicht fühlen. UND auch deshalb, weil wir wissen, dass sich eine Soul Injury entwickeln kann, wenn solche schmerzlichen Gefühle einfach verdrängt werden.
Stephanie Turner RN, Kansas City Hospice, USA

Ich habe die Kraft von Soul Injury  in unserer Gemeinde erlebt. Sei es beim Vorlesen des Buches The Hero Within oder beim Anschauen der 94 minütigen Soul Injury DVD. Damit erhielten die Anwesenden ein Verständnis darüber wie sie Lösungswege für ihren Lebens-Konflikt finden können. Es war ein Nervenkitzel wie oft ich Klienten jahrelang in Selbsthilfegruppen beobachtete (während sie auch viel Geld in Therapien steckten) in welchen sie nach Einsicht und Weisheit suchten. Das Konzept von Soul Injury zeigt Selbsthilfe Möglichkeiten auf, welche einfach in der Umsetzung und sehr wirksam für den Seelischen aber auch den Weltfrieden sind.
Jessica McCune, Director Bereavement Services, Hospice of Marion County, USA

Ich war eine Krankenschwester in der Primärversorgung im Gesundheitssystem für Kriegssoldaten und bin seit über 27 Jahren selber eine Veteranin; den Ausdruck Soul Injury  zu kennen um emotionalen Schmerz zu beschreiben, ist Heilung an und für sich. Ich merkte, dass das Heilen von emotionalen Wunden nicht nur ein Leben verändern, sondern auch physisch heilen kann.  Mit dem therapeutischen Konzept von Soul Injury  habe ich einerseits pädagogische Informationen erhalten und anderseits auch Werkzeuge zur Selbsthilfe, welche sehr hilfreich für mich persönlich und meine klinische Praxis waren.
Kathi Burkhart MSN, APN-C, FAANP, Lyons New Jersey VA Healthcare System, USA

Als Hospiz-Pfarrer ist das Wissen über Soul Injury der Grundstein meiner täglichen Begleitung. Mein Wissen darüber hilft auch meinen Patienten sich von unverarbeiteten Trauer-, Schuld- und Schamgefühlen am Ende des Lebens zu befreien. Es ist wirklich ein Segen an einem solch schönen transformierenden Erlebnis teilhaben zu dürfen.
John Drinkard, Chaplain at Karen Ann Quinlan Hospice, Vietnam Veteran, USA

Ich bin ein zertifizierter Krankenhaus Pfarrer. Ich habe inzwischen schon  fast elf Jahre lang Patienten begleitet. Meine Weiterbildungen und Erfahrungen in der Umsetzung mit Soul Injury  haben mir hilfreiches Werkzeug für eine effektive Beratung zur Verfügung gestellt. Ich arbeite meistens mit herzkranken Patienten und weiss nun, wie Hilflosigkeit und irrationale Schuld, welche oftmals auftauchen, effektiv angesprochen werden können. Die Erleichterung die daraus resultierte, waren für einige Patienten drastisch. Ich finde inzwischen fast täglich neue Wege wie ich dieses Fachwissen einbringen kann
Rev. Gordon Ruddick, MDiv, BCC, Chaplain, PeaceHealth, Springfield, USA

Ob Sie eine Krankenschwester, Seelsorgerin, Pfarrerin oder eine private Bezugsperson eines Patienten sind, unsere Leben berühren einander privat oder professionell. Die Ausbildung zu Soul Injuryofferiert Möglichkeiten wie mit Verständnis und Mitgefühl eine Reise zur inneren Heilung begleitet werden kann. Es ist wunderschön zu beobachten wie Menschen sich verwandeln in dem sie ihr inneres Gleichgewicht wieder zurückerlangen.
Lisa Mueller, RN, Tomah , Wisconsin, USA