Ein Engagement für eine TIC: Trauma Informed Care, Schweiz

  • Erhalten Sie konkrete Kenntnisse über die verschiedenen Interventionen und den tiefgreifenden, neurologischen, biologischen, psychologischen und sozialen Auswirkungen unter welchen betroffene Personen mit Traumata und einer PTBS (Posttraumatischen Belastungsstörung) leiden. Verstehen Sie die Zusammenhänge und erhalten Sie das Verständnis dafür, wie Betroffene mit diesen Emotionen und Impulsen umgehen können.

TIC: Trauma Informed Care, Schweiz


Auch hier in der schönen und reichen Schweiz leben Menschen mit traumatischem Hintergrund und einer posttraumatischen Belastungsstörung. Nicht nur benachteiligte Menschen und Flüchtlinge sind davon betroffen. Alle Gesellschaftsschichten sind davon angesprochen. Traumata ist in vielen Ausbildungsgängen oftmals nur gestreift ein Thema. Das führt dazu, dass Begleit- und Betreuungspersonen an der Front oftmals an ihre Grenzen stossen.

Das soll sich ändern und dafür setzen wir uns ein!

Wir möchten auf keinen Fall die Diskussion starten, ob die eingeführten Massnahmen der Politiker richtig oder falsch waren. Wir sind froh, waren wir nicht an der Stelle dieser Entscheidungsträger. Fact ist aber, dass diese Pandemie bei vielen Menschen ihre Spuren in der mentalen Gesundheit hinterlässt und viele davon traumatisiert wurden.
Kurz: die unten beschriebenen Statistiken werden wohl überarbeitet werden müssen.

Denn, können Sie sich vorstellen wie es sein muss, wenn Sie einen lieben Menschen nicht mehr persönlich verabschieden dürfen, wegen Corona? Grosskinder durften ihre Grosseltern nicht mehr treffen und umarmen. Überall Menschen mit Masken... Keine genügende Entlastung und entnervte Eltern. Plötzlicher Jobverlust, finanzielle Nöte... Die häusliche Gewalt ist massiv angestiegen. Können sie sich vorstellen wie sich Menschen insbesondere Kinder fühlen, die häusliche Gewalt erfahren, missbraucht und misshandelt werden (psychisch oder physisch) und keine Hilfe in Anspruch nehmen können? Unsere Jugend die jetzt durch Corona an ihre Grenzen stossen, sind die Betagten von morgen - wir können nicht warten, wir müssen etwas tun! Wir müssen wissen welche Signale uns zeigen, ob eine Traumatisierung vorhanden sein könnte, wie auf Betroffene zugegangen werden soll und wie schlussendlich geholfen werden kann.

Zahlen, lange bevor Corona ein Thema war...

Epidemiologische Zahlen zur Verbreitung psychischer Störungen bilden die Basis, um Prävention und Therapie sowie Gesundheitsförderung und Rehabilitation zielgerecht zu planen (Jacobi et al., 2017). Wittchen und Jacobi stellten 2005 fest, dass fast jede zweite Person irgendwann in ihrem Leben an einer psychischen Störung erkrankt. Aus ihrer vielzitierten, 2011 veröffentlichten Übersichtsarbeit, in welcher Studien aus den damaligen EU-27-Staaten sowie aus der Schweiz, aus Island und Norwegen einbezogen wurden, ging hervor, dass pro Jahr mehr als ein Drittel der betroffenen europäischen Bevölkerung – d.h. etwa 164,7 Millio-nen Menschen – an einer psychischen Störung erkranken. Am häufigsten sind Angststörungen (14,0%), affektive Störungen (7,8%) – mit 6,9% hauptsächlich Depressionen – somatoforme Störungen (4,9%) und Störungen durch Alkohol (3,4%). Frauen sind, mit Ausnahme von Substanz- und psychotischen Störungen, etwa zwei bis drei Mal häufiger betroffen als Männer. Zwischen den Ländern oder den Kulturen wurden, ausser bei den Substanzstörungen, keine substanziellen Unterschiede gefunden (für spezifische Angaben für die Schweiz vgl. Ajdacic-Gross & Graf, 2003; sowie Maercker et al., 2013).
(Quellen: Obsan 72 und 15)